Wilde Mändle Tanz

Verbreitet waren die "Wilden Mändle", verbunden mit vielen Sagen, früher über das ganze Alpengebiet, von Hochsavoien bis zur Tatra, von den Dolomiten bis in den Harz und den Thüringer Wald.

Der nächste Wilde-Mändle-Tanz findet 2015 statt. Nur noch in Oberstdorf, im Schutze der Gebirgstäler, hat sich der Tanz bis heute erhalten.

Die erste komplette Beschreibung des Tanzes findet sich in der von Abt Columban verfaßten Vita von 615 n. Chr., so wie er mit geringen Änderungen heute hier noch aufgeführt wird. 1393 ist der selbe Tanz erwähnt, anläßlich der dritten Hochzeit einer der Hofdamen der Königin im Hotel Saint Paul in Paris.

1648, als die Pest in dem noch kleinen Ort Oberstdorf über 800 Menschen dahinraffte, da haben einige beherzte Burschen der Pest einen Possen gespielt und sind in der Verkleidung der Wilden Mändle durchs Dorf getanzt. Als nach einigen Tagen die Burschen den Tanz wiederholten und feststellten, daß keiner fehlte, da wich die große Furcht vor der Pest aus der Bevölkerung. In der Folge wurde der Tanz zu einem Volksfest, das lange Zeit alle Jahre begangen wurde.

Seit dem Jahre 1901 ist nun der Wilde-Mändle-Tanz vom Gebirgstrachten- und Heimatschutzverein Oberstdorf in feste Hände übernommen worden und wird seit dieser Zeit in einem geregelten Turnus alle 5 Jahre wieder aufgeführt.

Geheimnisvoll wie der Tanz ist auch die Kleidung. Sie ist aus Tannenbart hergestellt und bildet eine Vermummung bis auf die Augen. Sie besteht aus Moosflechte, die in Höhenlagen über 1.500 Metern im Bergwald zu finden ist. Um die Hüfte ist ein Gürtel aus frischen Tannenreisig gewunden und auf dem Kopf ruht ein Kranz aus Blättern des Stechholders (Stechpalme). In der Schlußszene wird vom König der Met eingeschenkt und dann erklingt im Chor das Wilde-Mändle-Lied.

Der nächste Wilde-Mändle-Tanz findet im Jahr 2015 statt. Genaue Termine werden noch veröffentlicht.